
Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben den Handel am Freitag mit leichten Verlusten beendet. Vor dem Wochenende hielten sich viele Investoren zurück, da sie angesichts der Spannungen im Nahen Osten und möglicher neuer Meldungen aus der Golfregion ihre Risikopositionen nicht ausweiten wollten. Der EuroStoxx 50 gab zur Mittagszeit um 0,33 Prozent auf 5595,36 Punkte nach. Der Schweizer Leitindex SMI zeigte sich nahezu unverändert, während der britische FTSE 100 um 0,12 Prozent auf 10.051,06 Punkte rücklief.
Marktteilnehmer verwiesen auf eine zunehmende Risikoaversion. „Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben dazu geführt, dass bislang abseits gehaltene Liquidität aus anderen Märkten in Geldmarktanlagen umgeschichtet wird“, sagte Debbie Cunningham, Anlageexpertin beim Vermögensverwalter Federated Hermes. Parallel dazu belastete der große Verfall an den Terminbörsen das Handelsgeschehen, der traditionell für zusätzliche Volatilität sorgt, weil zahlreiche Futures- und Optionskontrakte auslaufen und neu positioniert werden.
Strategen blicken zudem bereits auf die nächste Woche, wenn eine Reihe von Konjunkturdaten veröffentlicht wird, die erstmals die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts widerspiegeln dürfte. „Nächste Woche drohen die Datenstunden der Wahrheit – denn erstmals wird eine Reihe von Konjunkturzahlen die Folgen des Iran-Kriegs widerspiegeln“, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Besonders im Fokus stehen die Einkaufsmanagerindizes, die sich nach Einschätzung Greils im März spürbar eingetrübt haben könnten.
Auf Sektorebene war eine Gegenbewegung zu den deutlichen Verlusten des Vortags zu beobachten. Zuletzt stark gefallene Branchen lagen vorne, während die bislang stabileren Bereiche schwächelten. Baustoffwerte führten die Gewinnerlisten an: Aktien von Holcim legten um rund drei Prozent zu, nachdem sie seit ihren Jahreshochs etwa ein Viertel an Wert eingebüßt hatten. Auch Reise- und Freizeitwerte sowie der zinssensible Immobiliensektor, die am Vortag unter Druck gestanden hatten, verbuchten Aufschläge. Dagegen gaben defensive Nahrungsmittelaktien überwiegend nach; eine Ausnahme bildeten Unilever, deren Papiere um 0,5 Prozent zulegten.

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